| Es gibt eine Menge Gerüchte und Halbwahrheiten über das Typ3 Cabrio. Deswegen sehe ich mich genötigt eine separate Seite für dieses Auto zu erstellen und mich an der Gerüchteküche zu beteiligen. Auf dem Bild oben sieht man übrigens das originale rote Typ 3 Cabriolet und den Karmann 34er Umbau der Firma Lorenz aus Wetter/ Ruhr.
Das Typ3 Cabrio sollte ursprünglich im Jahr 1961 oder Anfang 1962 erscheinen. Es war soweit serienreif das es anscheinend mehrere Prototypen gab und auch die Prospekte schon gedruckt waren. Zusätzlich gab es auch schon die entsprechenden VDA Datenblätter zu dem Auto. Diese Blätter wurde eigentlich bei Markteinführung veröffentlicht und beinhalteten alle technischen Daten der Fahrzeuge. Wann und warum das Cabriolet dann doch nicht gebaut wurde weiß ich nicht. Gerüchteweise soll es am Preis gelegen haben. Ich habe auch mal gehört das der damalige Generalimporteur von Amerika es ablehnte dieses Fahrzeug zu importieren. Es gab ja schon durch das Käfer- und Karmann 14 Cabriolet zwei Möglichkeiten offen VW zu fahren. Da zur damaligen Zeit ein hoher Prozentsatz an Fahrzeugen nach Amerika gingen, kann ich mir schon vorstellen das VW sich dann gedacht hat das dann auch kein Geld mit dem Auto zu verdienen sei.
Ich selber habe 5 unterschiedliche Prospekte in denen das Cabriolet erwähnt oder abgebildet ist. Interessanterweise gab es die Prospekte auch in verschiedenen Sprachen und für andere deutschsprachige Länder. Das letzte Prospekt welches ich habe ist vom April 1962.

Fakt ist auf jeden Fall das es zur Zeit nur zwei existierende originale Cabrios gibt. Das eine aus dem VW Museum und das bei Karman im Museum.
Fangen wir mal mit dem VW Museums Auto an. Hierbei handelt es sich um ein rubinrotes Cabrio welches angeblich im September 1961 gebaut wurde. Es hat allerdings die Fahrgestellen 76 060. Dieses würde auf ein Auto aus dem Zeitraum 16.08.1962 hindeuten. Des weiteren wäre das Auto auch nicht original. Für ein Auto aus September 1961 stimmen einige Sachen nicht.

Da wäre zum einen der Handschuhfachdeckel. Dieser hat einen kleinen Betätigungsknopf für das Deckelschloß, nicht abschließbar. Hier gehört ein großer Betätigungsknopf rein, der ist auch immer abschließbar. Desweiteren hat die vordere Haube schon das tiefer sitzende VW Zeichen. Bei den alten Modellen, bis ca. Fahrgestellnumer 25 000, ist die Erhebung für das VW Zeichen stärker ausgeprägt.

Der Aussenspiegel ist auch einer aus dem Modelljahr 1963. Die Knöpfe für die Betätigung der Frischluftregulierung haben lediglich blaue Punkte und der mittlere Hebel ist einteilig.

Die ganz frühen Modelle hatten keinen breiten einteiligen Hebel in der Mitte, sondern zwei kleine. Also insgesamt gab es hier vier Knöpfe. Die etwas späteren Modelle, so ab Fahrgsestellnummer 7 000 hatte zwar nur noch drei Knöpfe, aber auf den mittleren Knopf stand "Frischluft" und es waren zwei Pfeile aufgedruckt.
Leider habe ich mir noch nie die Hinterachse des Autos angeguckt. Aber alles in allem scheint es mir so zu sein, das VW damals, als klar war das diese Autos nicht gebaut werden, einfach eine noch nicht fertige Karosse irgendwo in eine Ecke gestellt haben und Jahre später diese rausholten um sie zu komplettieren.
Nun zu dem weißen Cabrio aus dem Karmann Museum. Hierbei handelt es sich, nach Aussagen eine Karmann Mitarbeiters aus dem Museum, um ein originales Fahrzeug welches lange Zeit in Gebrauch war. Ein leitender Ingineur, der an der Konstruktion des Cabriolet mitgearbeitet hatte, fuhr dieses Auto mehrere Jahre als Privatwagen. Nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb musste er dieses Fahrzeug wieder abgeben.
An diesem Fahrzeug wiederum stimmt das Handschuhfachdeckelschloß und die vordere Haube.
Was keineswegs original 1961 ist, ist die schwarze Innenausstattung und die Zierleisten. Da wird wohl der besagte Ingineur nachgeholfen haben.
Ich werde weiter recherchieren, fotografieren und dann berichten... |